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On Hiatus In 3-4 Wochen zurück!

Kapitel 24

°Lara°

Kaum saßen wir im Bus, trat mir schon das Gesicht von Angelika vor die Augen. Am liebsten hätte ich ausgeschlagen, so sauer war ich in dem Moment.
Aber da das leider nicht ging, blickte ich stur aus dem Fenster hinaus, indem ich meinen Kopf an Bills Schulter lehnte.
„Hey Tom!“, quietschte sie direkt, also blickte ich mit erhobenen Augenbrauen auf und direkt zu ihr, wie sie angewatschelt kam.
„Ähm… hi.“, meinte er hingegen ziemlich zurückhaltend und beobachtete Angelika misstrauisch.
Diese stöckelte durch den engen Gang. Kurz vor ihrem Ziel- Toms Sitzplatz neben Lisi- fuhr der Bus in eine Kurve und die Schnepfe viel mit voll Karacho auf Tom, sodass ich laut auflachte und mich gar nicht mehr halten konnte.
Lisi sah wenig beeindruckt aus, Tom wich erschrocken zurück und Angelika klebte mit ihrem Gesicht unter Toms Bauch.
Schnell zückte ich das Handy und schoss ein paar Fotos- das musste einfach festgehalten werden.
„Schatz lass das, es ist gerade nicht der wahre Augenblick für Erinnerungsfotos!“, kam es von meinem Freund mit einem fetten Grinsen.
Seine Hand fuhr in seine Hosentasche und schon zog er selbst sein Handy hervor.
„Aber wir sind ja dafür berühmt, dass wir schlechtes Timing haben!“, wir lachten uns halb tot, während wir das peinliche Geschehen Fotografierten.
„Könntest du jetzt bitte… aufstehen?“, fragte Tom freundlich aber zögerlich nach, schon schnellte Angelikas hochroter Kopf in die Höhe, was Bill und mich noch begeisterter fotografieren ließ.
„Ähm… ähm… ich…“, stammelte Angelika.
Ein Blick von Lisi genügte, dass ich so schnell wie möglich das Handy wieder wegpackte und mir das Lachen nur noch angestrengt verkniff. Bill neben mir machte es mir nach und so beobachteten wir Angelika, der das Wörterbuch verloren gegangen zu sein schien.
„Du gehst ja ganz schön ran.“, lachte Tom und sah Angelika an.
Wieder so eine Situation, in der ich irgendjemanden am liebsten zusammengeschlagen hätte. Wie konnte er Angelika jetzt so ansehen? Das ging doch gar nicht! Sie machte mich wahnsinnig, seine Frauenheld- Seite.
„Lisi? Was machst du hier?!“, krächzte Angelika und musterte Lisi argwöhnisch. Man sah ihr an, dass sie es nicht leiden konnte, dass Lisi neben Tom saß.
Meine beste Freundin zog ihre Augenbrauen hoch und räusperte sich dann kurz.
In ihrem Gehirn ratterte es, ich konnte förmlich die Hirnzellen arbeiten sehen. Das trieb mir ein Lächeln aufs Gesicht.
„Lass überlegen… ich sitze neben Tom.“, meinte sie in einem schnippischen Ton und lächelte siegessicher. Man konnte es kaum glauben, aber so ein kleiner Satz würde Angelika umhauen. Schon nur weil Lisi neben Tom saß und sie selbst nur dastand wie bestellt und nicht abgeholt.
Angelika zuckte mit den Schultern¸ rümpfte die Nase, fuhr sich durch ihr Haar und lächelte Tom dann wieder an.
„Hey willst du dich neben uns setzen? Oh warte… wir haben ja gar keinen Platz mehr frei! Zwei und zwei!“, dabei deutete ich auf Lisi und Tom zusammen und dann auf Bill und mich zusammen. Irgendeine Zweideutigkeit wird sie schon darin finden, obwohl ich das selbst nicht tat. Ansonsten war sie halt verwirrt- auch gut.
Angelika sah mich böse an, zog ihre Augen zu Schlitze und drehte sich hochnäsig zu Tom.
„Und was machst du heute Abend Schönes?“, flötete sie.
„Ähm… ich weiß noch nicht.“
„Er macht vermutlich etwas mit Lisi!“, warf ich ein und grinste sie ebenfalls hochnäsig an.
„Da will er dich wahrscheinlich auch gar nicht dabeihaben!“
Mein Sieg nahte…
„Was laberst du mich eigentlich andauernd voll, red ich mit dir? Nein tu ich nicht! Das würde mir im Traum nicht einfallen!“
Okay, das saß. Erschrocken starrte ich sie an, überlegte mir eine kluge Antwort.
Im Moment war es leise, ich sah schon wie Bill einschreiten wollte, da hielt ich ihn aber auf. Es würde nur noch mehr Diss hageln und zwar für mich. Ich genoss es zwar, wenn Bill Herkules spielte und mich vor den gefährlichen Klauen einer dummen Tussi rettete, aber wenn ich noch verbal zurückschlagen konnte, dann würde ich das auch machen. Schließlich nahm ich ungern ein Blatt vor den Mund.
„Du kleines hilfloses Ding, weißt du etwa nicht mehr was sagen? Mit deiner großen Klappe! Kann man dir die Spucke aus dem Mund nehmen?“
„Oh, glaub mir. Ich halte es nicht für nötig auf deine dümmlichen Aussagen zu antworten. Auf dein Niveau lasse ich mich nicht sinken. Schau dich doch mal an! Du Ding bist wahrscheinlich noch Jungfrau und benimmst dich wie eine Nutte. Das passt doch irgendwie gar nicht zusammen, oder?“, ich blinzelte einige Male hintereinander und lehnte mich dann zurück an Bill, der bereitwillig in die Show einstieg und seine Arme von hinten um meinen Bauch legte.
Ja, es war eine unserer gemeinsamen Leidenschaften, uns zur Schau zu stellen und allen zu zeigen, dass wir ein Paar waren. Und provozieren taten wir auch ziemlich gerne. In der U- Bahn beim wilden Knutschen, wenn kleine Kinder neben uns saßen. Es war ziemlich abwechslungsreiche mit Bill zusammen zu sein.
„Hey, wag es ja nicht!“, Angelika kam einen Schritt näher an mich heran- wollte wohl drohen. Das blieb jedoch vergebens. Schließlich hatte ich Bill- meinen Held- an meiner Seite. Mir würde nix passieren!
„Was? Willst du deinen nicht vorhandenen Bodyguard schicken? Nur zu, das will ich mir reinziehen!“, lachte ich.
Sie sagte nichts mehr, lächelte nur wieder- blöder ging’s nicht- Tom an. Es war mir, als Außenstehende peinlich, wie sie sich benahm. Man konnte ihr ansehen, dass sie ziemlich wenig Erfahrung hatte für das, was sie darbot.
„Nein, komm- ehrlich jetzt. Geh, such dir einen Freund und hör bitteschön auf uns zu nerven!“, ich lachte ironisch auf und widmete mich Bills Lippen. Das war die beste Art, jemandem aus dem Weg zu gehen.
„Was machst du denn nun heute Abend, Tom?“, quietschte sie zum wiederholten Male.
Seufzend verdrehte ich die Augen, löste mich von meinem Freund und sah mit dem Kopf an Bills Schulter aus dem Fenster.
„Angelika, geh jetzt!“, warf Bill ein, ehe Tom antworten konnte.
„Genau Angelika! Geh jetzt!“, flöteten Lisi und ich zeitgleich und lachten uns dann erstmal einen ab.
Diese zuckte arrogant mit den Schultern und ging mit einem ‚Schlampen’ davon.
Das ließ ich nicht auf mir sitzen. Nutte nannte mich niemand! Niemals und wenn, dann hatte er ein kleines, großes Problem!
„Ey, du hast gerade nicht ‚Nutte’ zu mir gesagt, oder?!“, rief ich ihr hinter her und stand auf. Wohl darauf bedacht mich am Sitz festzuhalten, um nicht- wie unser dummes Vorbild Angelika- Toms Schoß zu besuchen.