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On Hiatus In 3-4 Wochen zurück!

Kapitel 22

°Lari°

Wie vier Vollidioten standen wir starr in der Zimmertür zu Lisis Zimmer, Markus uns gegenüber.
Ich kam mir langsam ein bisschen dümmlich vor. Also brach ich kurzerhand das Schweigen und hüpfte ins Zimmer, ging direkt auf den großen Schrank zu.
„Also, wo sind deine Sachen?“, ich durchkämmte die Schubladen und fand schließelich Mädchenunterwäsche, die ich sogleich in die erstbeste Reisetasche packte. Alles, was nach Lisi aussah nahm ich mit, dann stieß ich aber auf eindeutig Fabis Klamotten und blieb in meiner Bewegung stehen. Schnell ließ ich sie los und schob schloss den Schrank, danach sah ich ertappt zu Lisi.
Sie schaute aber zum Glück Tom an, somit hatte sie Fabis T- Shirt nicht gesehen.
„Hey, lass die Klamotten schön bleiben, sie zieht ja nicht aus!“, kam es von Klemmi, der mir die Tasche aus der Hand riss und sie zurück in den Schrank räumte.
Ich sah von Klemmi zu Markus, beide sahen mich grimmig an, dann sah ich Hilfe suchend zu Bill- ich wusste, auf ihn konnte ich mich immer verlassen.
„Doch tut sie schon!“, sprang er auch gleich für mich ein und kam auf meine Seite.
„Ne, sie kommt mit uns zurück, ihr könnt sie nicht hier behalten, nur weil ihr bester Freund gestorben ist!“, kam es vor Wut schnaubend von Markus.
Nach diesem Satz kehrte eine schlimme Stille in den Raum, alle starrten ihn fassungslos an, außer Klemmi, der sah uns ebenfalls wütend an. Aber das Lustige war, dass alle mich sauer ansahen. Als wäre ich ein Löwe im Zoo.
„Halt mal den Rand du Arschloch!“, Tom trat einen gefährlichen Schritt an Markus und Klemmi heran, knurrte leise und ballte die Fäuste.
Ein kurzer Blick zu Lisi genügte um zu sehen, dass sie weinte. Eine Träne wie eine Perle rollte über ihre Wange, ehe sie zu mir rannte, die Tasche aus dem Schrank holte und dann steif neben Tom wieder zum Stehen kam.
Wenn ich sie so betrachtete wurde mir erst klar, was für ein wunderschönes Paar sie abgeben würden. Ihre Hände berührten sich leicht, das konnte ich sehen, es brachte mir ein breites Lächeln ins Gesicht.
Ich lachte leise auf und schmiss die Hände in die Luft.
„Ach hört doch auf mit dem albernen Getue hier! Fabi ist tot und ihr streitet euch um Lisi, das ist doch total lächerlich und überflüssig! Lisi kommt jetzt mit uns mit und ihr sagt nichts dagegen!“, bestimmte ich und schob Lisi vor mich hin aus dem Zimmer.
Zurückgehalten wurde ich von meinem charmanten Freund, der mich streng ansah und mich samt Lisi ins Zimmer zurückzog, mit dem mir nur allzu bekannten: ‚Was hab ich gesagt: Lauf vor Problemen nicht weg’- Blick. Ich hasste ihn dafür.
Hatte er etwa jetzt auf einen Streit Lust oder was?
Genervt stöhnte ich auf und verschränkte motzig die Arme.
„Na gut, dann löst halt euren Streit, es hat ja eh alles keinen Sinn!“, zickte ich und zog eine finstere Miene.
Ich wurde nicht weiter beachtet, also widmete ich mich selbst auch nicht der angespannten Stille und dem Knistern zwischen Tom und Markus. Kein verliebtes Knistern, nein. Ein sehr, sehr, sehr wütendes Knistern. Wäre jetzt ein Schlag gefallen, hätte es mich nicht gewundert. Aber Toms Beule am Kopf signalisierte selbst ihm, dass er sich nun lieber nicht prügeln sollte.
Unglaublich lange Minuten standen wir da wie bestellt und nicht abgeholt, niemand sagte etwas, bzw. niemand traute sich etwas zu sagen.
Und für das hatte Bill mich zurückgeholt?
Seufzend lehnte ich mich an die Wand und sah weiterhin stur geradeaus.
„Ich… will mitgehen.“, murmelte Lisi dann endlich stockend und sah zurückhaltend aber entschlossen vom Boden auf zu Markus und Klemmi, die beide zeitgleich den Mund öffneten und wieder schlossen.
„Aber… Ludi? Du kannst doch nicht mit ihnen mitgehen, wir sind doch deine Freunde, uns kennst du schon viel länger, du kannst nicht einfach zu ihnen nach Hause gehen, du kennst sie doch nicht einmal, Lisi! Mach keine Dummheiten!“¸ predigte Markus und drückte sie an sich.
So fest, dass Tom schon wieder einen Schritt näher ging, seinen Kopf hob und seinen Feind böse ansah.
Warum stritten sie denn nun?
Nur wegen Lisi? Dabei war Fabi gestorben.
Ging’s noch?
Ich mochte Tom zwar wirklich wie einen Bruder und Lisi war meine beste Freundin, aber Markus wurde mir langsam richtig unsympathisch. Klar, ich hatte nichts dagegen, wenn er in Lisi verliebt war. Aber sein Verhalten Tom gegenüber nervte mich abgrundtief. Ich übersah diese provozierenden Blicke überhaupt nicht!
Und Tom war auch nicht der Beste, musste immer gleich Fäuste ballen, knurren und dann zuschlagen. War das die beste Lösung? Nein, definitiv nicht!
Das Schlimme war ja, dass ich jetzt nichts dagegen sagen konnte, da Bill dann wieder einschreiten würde, er war wie ein nerviger Bodyguard. Groß, immer an meiner Seite und ziemlich aggressiv, wenn es so sein sollte.
„Markus ich… ich will nicht hier bleiben, ich will zu Tom… und zu Lara und Bill. Glaub mir, es ist besser so!“, damit schloss Lisi ab und ging aus dem Raum.
Ich hatte das Gefühl als wären wir, Bill, Tom und ich daran Schuld, dass Lisis Freundschaft zu Markus und Klemmi so langsam zerbröckelte, es schien ganz so. Aber eigentlich war es ja Markus’ Schuld, er hatte ihr im ungünstigsten Moment gesagt, dass er in sie verliebt war. Hätte er dafür nicht einen anderen Augenblick wählen können? Zum Beispiel vor Fabis Tod oder lange danach? Jetzt mittendrin, wo es Lisi ohnehin so Scheiße ging, man konnte es in ihren Augen sehen.
„Nein, bitte Lisi bleib hier! Ich liebe dich doch!“, rief Markus ihr hinterher.