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On Hiatus In 3-4 Wochen zurück!

Kapitel 16

°Lara°

So viel Mühe wir alle uns auch gaben um Lisi zu beruhigen, hörte sie einfach nicht auf zu weinen. Ich verstand sie schon, aber dennoch konnte es ihr doch erst etwas besser gehen, wenn sie aufhörte zu weinen.
Bill, Tom und ich saßen alle drei bei Lisi auf Toms Bett und redeten ihr gut zu, während sie bis jetzt genau zehn Taschentuchpackungen aufgebraucht hat und gerade bei der elften war. Ihre Nase war rot wie die eines Clowns und ihre Wangen waren schwarz von ihrer Schminke.
Als ich ihr mit einem Taschentuch vorsichtig die Tränen von der Wange wischen wollte entdeckte ich eine lange Wimper, die ich auffing und sie unter Lisis Augen hielt.
„Na guck mal! Du darfst dir was wünschen!“, lächelte ich sie an und tatsächlich lächelte sie mit einem Anflug von Lächeln zurück.
Lisi pustete ihre Wimper von meinem Finger und schloss dann die Augen, aus welchen erneute Tränen kullerten.
„Ich wünsch mir, dass er zurückkommt…“, flüsterte sie und drückte sich Toms Kissen vors Gesicht. Wie erwartet war der blau- weiße Bettbezug schon nach wenigen Augenblicken mit pechschwarzen Flecken übersäht.
„Komm, hör auf zu weinen. Guck mal du machst die ganze Bettdecke voll Schminke!“, lächelte Tom da- wollte Lisi wohl aufmuntern.
Von mir bekam er dafür einen Blick zugeworfen, der auf der Suche nach einem Mordopfer war und von Bill nur einen Stoß in die Rippen. Doch von Lisi bekam er das süßeste Lächeln das ich je in meinem Leben gesehen hatte.
So ein Schwachsinn brachte sie zum Lachen? Ein Trost, in dem er sie für die schmutzige Bettwäsche beschuldigte war das Einzige, was Lisi ein Lächeln ins Gesicht zauberte? Wohl aber nur, weil dieser Schwachsinn von Tom gesagt wurde.
Während Tom Lisi umarmte warf er Bill und mir einen besserwisserischen Blick zu. Er musste einfach immer Recht haben! Aber doch auf eine süße Art und Weise.
Er machte es ja auch nur aus Spaß.
Lisi und Tom waren so aneinander geklammert, dass ich mir gut vorstellen konnte, an was Tom in diesem Moment dachte. Auch wenn ja eigentlich Fabi das Thema war- ich hoffte, dass Lisi an das Selbe wie Tom dachte.
Schließlich waren gute vier Stunden heulen schon genug, sie sollte sich ein wenig ablenken während Bill und ich nach draußen gingen um Markus und Klemmi anzurufen, die immer noch bei der Klasse waren. Seine Handynummer hatte Markus uns Gott sei Dank vorhin noch gegeben, sonst wären wir jetzt etwas aufgeschmissen gewesen.
Immer noch zitternd tippelte ich die Nummer und machte dann auf Lautsprecher- schließlich hatte Bill bestimmt auch etwas zu sagen.
„Bill?“
„Ja ich bin’s!“, meinte ich und grinste zu Bill.
„Und ich auch!“
„Habt ihr sie gefunden?“
„Ja sie ist hier und kuschelt mit Tom!“, warf ich ein, damit Markus’ deprimierter Unterton wegging.
„Sie kuschelt mit Tom?“
„Ja, nein Lara kann nur keine deprimierte Stimmung ertragen, deshalb reißt sie dauernd blöde Witze. Er tröstet sie nur ein bisschen über der Gürtellinie.“, meinte Bill jetzt auch mit einem leichten Grinsen.
„Du kannst wohl auch keine deprimierte Stimmung ertragen oder?“, fragte Markus da und lachte leicht.
„Ehrlich gesagt nicht. Aber Tom tröstet sie wirklich. Er hat einen total bescheuerten Spruch ohne Sinn gerissen und Lisi hat sogar gelächelt!“, erklärte Bill und ich konnte Markus ausatmen hören.
„Okay, das ist schön. Die haben uns nicht mal mit dem Krankenwagen mitfahren lassen, Ludi hat uns gezwungen zurück zum Hotel zu gehen. Jetzt wissen wir nicht was tun- die Lehrerin was mit uns mitgefahren ist, die durfte mit ins Krankenhaus und meldet sich einfach nicht bei uns. Was sollen wir denn jetzt tun?“, rasselte Markus panisch runter.
Das musste jetzt Bill übernehmen, da ich mir in den Handrücken beißen musste um vor Wut nicht laut aufzukreischen. Ich hasste Lisi’s Lehrer jetzt schon über alles und hoffte, er würde irgendwann mal so richtig draufzahlen. Ich könnte auch sagen er war einfach in Panik und machte deshalb alles falsch. Aber in seinem Gesicht konnte man schon sehen, dass er einem alles extra machte. Solche Menschen konnte ich einfach nicht ab.
Es knirschte leise, als meine Zähne aufeinander trafen und ich sie wütend aneinander rieb.
„Hör auf damit!“, zischte Bill und legte einen Arm um meinen Rücken, mit welchem er mich kurz darauf beruhigend an sich drückte.
„Ihr dürft? Okay dann geht die Hauptstraße entlang, biegt nach dem kleinen Supermarkt in die Seitenstraße rechts ein und dann am Bahnhof vorbei bis ihr ein weißes Haus seht mit einem Baum davor.“, grinste Bill.
„Genauer? Okay das Haus hat ein flaches Dach. Sieht etwas anders aus als die anderen, ihr müsstet es erkennen. Hausnummer 19, da klingelt ihr und wenn euch eine alte Oma die Tür öffnet, dann habt ihr Haus abgefehlt.“, erklärte Bill jetzt mit einem Grinsen im Gesicht und legte mit einem flüchtigen ‚Tschüss’ auf.
„Sie dürfen vorbeikommen um Lisi abzuholen.“, teilte Bill mir mit.
Ich nickte nur und sänftigte meine Gesichtszüge ein wenig. Es würde ja auch nichts bringen wenn ich hier ausrasten würde.
Mit dem Tee, den Simone für uns gekocht hatte und genügend Gläsern gingen wir die Treppen hoch zu Toms Zimmer, an welches wir anklopften. Schließlich konnte man ja nie wissen…