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On Hiatus In 3-4 Wochen zurück!

Kapitel 14

Immer noch fassungslos stand ich an dem Ort, auf der Straße und konnte nicht wirklich glauben, was Klemmi mir da zu erklären versuchte.
Fabi war tot. Ich kannte ihn nicht gut, aber trotzdem kamen Tränen in mir hoch, wahrscheinlich weil Lisi mir so Leid tat. Ihr bester Freund- er war einfach tot. Tot, weil er sie retten wollte. Und dabei hatte sie auch schon ihre Eltern verloren- Fabi war doch der einzige den sie noch hatte.
Ein eiskalter Schauer lief mir bei diesem Gedanken den Rücken hinunter. Was würde ich machen, wenn Tom oder Bill sterben würden, weil sie mir das Leben retten wollten? Ich hätte schreckliche Schuldgefühle, ich wusste es nicht so richtig. Es fiel mir schwer, mich reinzufühlen, wo Lisi jetzt sein musste. Natürlich hatte sie Schuldgefühle. Aber sie war doch trotzdem nicht Schuld, das musste ihr jemand klar machen.
Nur war sie nicht da. Sie war weggerannt- irgendwohin.
Ich konnte einfach nicht glauben, wie der Lehrer tat. Er tat, als hätte man aus Versehen ein Reh angefahren und machte einen auf Klugscheißer. Er hatte alles unter Kontrolle, dabei war sein Schüler überfahren worden. Er hatte die Verantwortung. Wie kann man mit einer ganzen Klasse auch bei so einem Wetter zu Fuß ins Museum latschen?
Schnaubend zog ich meine Augen zu Schlitzen, beobachtete diesen Ich- Weiß- Alles- Ihr- Könnt- Mir- Nichts- Anhaben- Mensch. Es kotze mich regelrecht an, wie er sich benahm.
Die ganze Klasse stand auf einem Haufen- die Mädels heulten und die Jungs sagten einfach gar nichts mehr.
Und der Professor, was tat der? Er sagte ihnen sie sollen sich beruhigen- es sei nichts passiert.
„Es ist nichts passiert?“, schrie ich plötzlich, völlig aus dem Häuschen und starrte geschockt zu Ludi. Wie konnte man auch Ludi heißen?
Der Lehrer drehte sich abrupt zu mir um und musterte mich.
„Du gehörst nicht zur Klasse, oder?“
„Sagen Sie mal, sind sie total bescheuert? ‚Es ist ja nichts passiert?’? Spinnen Sie? Hören Sie, verdammt noch mal! Sie haben ihre Schüler zu kennen und nicht mich zu fragen ob ich zu ihrer Klasse gehöre! Lisi ist weg! Fabi ist tot! Und sie sagen es ist nichts passiert? Ich würde sie so was von feuern, Herr Professor!“, schrie ich ihn heulend an.
Der Lehrer sah mich weiterhin geschockt an und drehte sich nach einigen Minuten, in denen er mich angestarrt hatte wieder zu seiner Klasse um.
„Komm, Schatz. Sei nicht sauer, er weiß einfach nicht wie er damit umgehen soll..“, flüsterte mir Bill zu, als er mich zu sich in den Arm drehte und mich an sich drückte.
„Wo ist Lisi? Ich will zu ihr…“, hauchte ich nur noch kraftlos und klammerte mich an Bill, während ich seine weiße Lederjacke voll heulte.
„Markus und Klemmi haben die Polizei geschickt, die finden sie schon. Komm jetzt wir rufen Tom an, okay?“
Ich nickte und Bill kramte sein eigenes Handy hervor, rief seinen Bruder an, während ich mich an seine Jacke kuschelte und mein Gesicht in seine Halsbeuge drückte.
„Was du bist bei Lisi?“, rief Bill plötzlich aus.
Mein Kopf schnellte in die Höhe und ich riss ihm das Handy aus der Hand.
„Was du bist bei Lisi??“, kreischte ich ins Telefon.
„Ja sie ist mir entgegengelaufen. Wir sind zuhause bei mir im Zimmer!“, erklärte er. Die Tränen rannen nur mehr so aus meinen Augen- diesmal aber vor Freude.
Ich legte einfach auf und quetschte mich noch fester an meinen Freund.
„Ich bin so froh, dass es ihr gut geht, Schatz.“, quietschte ich und lächelte leicht.
Dabei war Fabi gerade gestorben…
Bill schob mich einfach vor sich hin zu sich nach Hause, wo wir uns kurz darauf schon in Toms Zimmer vorfanden.
„Oh mein Gott, Lisi!“, rief ich schon und stürzte mich auf sie.