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On Hiatus In 3-4 Wochen zurück!

Kapitel 12

Erschrocken saß ich auf meinem Bett und glotzte durch Bill hindurch. Lisi hatte plötzlich nicht mehr geantwortet und wir hatten fürchterliche Schreie gehört und einen lauten Knall. Wir hatten sie gerufen, aber Lisi hatte nicht mehr geantwortet, stattdessen hatte Fabi ihren Namen gerufen und so etwas wie >Lisi pass auf!< geschrieen.
„Bill?“, flüsterte ich heißer und griff nach der Hand meines Freundes.
„Ja?“
„Sag mir, dass sich das nicht nach einen Autounfall angehört hat. Und sag mir bitte, dass es Lisi gut geht.“, heiße brennende Tränen rannen über meine Wange und hinterließen eine feuchte kratzende Spur auf meiner Haut.
„Komm her.“, meinte er und zog mich nahe an sich, umarmte mich fest.
„Wir rufen sie einfach so oft an, bis sie abnimmt.“, schlug er vor und nahm mein Handy zur Hand. Bill suchte Lisi’s Nummer aus dem Nummernverzeichnis und wartete. Ich konnte das gedämpfte Tuten hören, welches jedoch nicht aufzuhören schien.
Er runzelte die Stirn, nach einigen Minuten- nahm das Handy vom Ohr und wählte noch mal Lisi’s Nummer. So ging das einige Zeit weiter, bis ich ihm mein Handy schließlich aus der Hand riss und aufsprang.
„Ich halt das nicht aus hier rum zu sitzen! Wir gehen jetzt zu dem verdammten Hotel!“
Ohne auf eine Antwort zu warten zog ich Bill am Handgelenk hinter mir nach draußen.
Überstürzt stolperte er hinter mir her aus der Haustür und den Bürgersteig entlang bis zum Hotel, welches Gott sei Dank nicht allzu weit entfernt vom Haus stand.
Doch da war niemand. Bis zu Lisis Zimmer rannten wir hinauf- das Zimmer war leer.
„Oh mein Gott, wie sollen wir jetzt zu der verdammten Straße finden? Die können doch überall von hier bis zu dem behinderten Museum sein!“, ich drehte langsam aber sicher durch.
„Jetzt beruhig dich mal, vielleicht ist auch gar nichts passiert. Ihr wird wahrscheinlich das Handy aus der Hand gefallen sein. Dann ist irgendwo ein Auto gekommen und Fabi hat sie nur gewarnt, mach dir nicht unnötig Sorgen, Schatz. Komm wir rufen die jetzt noch mal an, während wir den gleichen Weg machen wie sie ihn wahrscheinlich zum Museum hin machen, okay?“, beruhigte mich mein Freund und strich beruhigend über meinen Rücken.
Zitternd nickte ich mit dem Kopf und kramte mein Handy aus der Hosentasche hervor.
Wieder nahm niemand bei Lisi’s Handy ab.
Während Bill und ich in zügigen Schritten den Asphaltweg der Straße entlangliefen, auf welcher kein einzige Auto uns entgegenfuhr, spielte ich nervös mit Bills Fingernägeln rum, die sich mir in meiner Hand richtig dazu anboten. In meinem Bauch war ein flaues Gefühl, ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, warum Lisi nicht ans Zimmer ging. Keine gute Nervosität, ich wollte einfach wissen was los war. Neugierig war ich- ja. Aber schließlich war Lisi meine beste Freundin und ich machte mir- gewollt oder ungewollt- mächtig Sorgen. Ich wurde schon immer relativ schnell nervös und aufgeregt, aber trotzdem wusste ich mich bis jetzt noch jedes Mal in Schacht zu halten. Wie gesagt: bis jetzt.
Jeden einzelnen Stein, der sichtbar vom schwarzen Teer auf dieser Straße abstach, kickte ich mit dem Fuß weiter. Einzelne landeten im nassen Gras neben der Straße- einige jedoch boxte ich mit den Zehen immer weiter nach vorne, bis ich sie schließlich auch verlor.


„Kannst du bitte damit aufhören? Du machst mich ganz nervös!“, fuhr Bill mich plötzlich an und sah wieder stur nach vorne, als hätte er überhaupt nicht mit mir gesprochen.
„Tut mir leid, ich bin total von den Nerven gekitzelt! Ich mach mir solche Sorgen!“, sagte ich leise und schaltete auf Stur um.
Bill hatte keinen besseren Trost auf Lager als mit den Schultern zu zucken und die Hand fester um meine zu drücken. Der Arme war wahrscheinlich selber ziemlich angespannt und hatte jetzt noch die Aufgabe seine Freundin zu trösten.
„Guck mal, da ist ne Autoschlange!“, meinte er plötzlich und deutete ein Stück nach vorne, wo tatsächlich ziemlich viele Autos aneinandergereiht standen.
Wie bei…
„Oh mein Gott da hinten ist ein Unfall passiert! Guck mal! Alles Blaulichter!“, rief ich panisch und beschleunigte meinen Gang um einiges.
Bill riss es hinter mir her- er versuchte gar nicht erst mich zu stoppen. Blieb jedoch auch nicht einfach stehen um nachzukommen. Er rannte einfach mit.
Die Lichter kamen immer näher und der Unfall war nicht zu übersehen- wohl ziemlich schlimm.
„Bill…“, flüsterte ich und zitterte mittlerweile am ganzen Körper.
Hinter einem Auto mit einer ziemlich großen Delle auf der Motorhaube sah ich einige Leute stehen. Leute aus Lisi’s Klasse- Angelika mittendrin.
Mein Handy fing plötzlich an wie wild zu klingeln und für einen Moment blieb mein Herz stehen.
Lisi.
Wie ein Blitz riss ich Bill das Handy aus der Hand, welches er immer noch fest im Griff hatte und nahm ab.
„Lisi?“¸ krächzte ich.
„Nein hier ist Tom! Lara was ist denn mit dir passiert? Du klingst als wärst du grad dabei!“, er lachte amüsiert auf. Enttäuscht blickte ich zu Boden.
Ich sah wieder zu Bill, welcher mich im Auge behielt. In seinen Augen sah ich ein einziges großes Fragezeichen.
Ohne zu zögern riss er mir mein Handy aus der Hand und sprach mit Tom.
Ich hörte dabei gar nicht zu- blickte nur wie erstarrt nach vorne, was ich da sah. Jemand wurde in den Krankenwagen geschoben- abgedeckt von oben bis unten und dann sah ich Lisi.
Sie stand am Rande, eingewickelt in eine Decke, zusammengekauert und zitternd. Ich konnte4 bis hierhin- bestimmt zehn Meter weit weg- sehen, dass sie zitterte.
„Lisi!“, schrie ich da und rannte geradewegs auf sie zu.