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On Hiatus In 3-4 Wochen zurück!

Kapitel 10

°Lara°

Unter einem ergebenen Seufzen folgte ich Lisi zurück ins Zimmer.
‚Die werd ich schon noch kriegen...’, dachte ich mir und grinste in mich hinein. Ich hätte zu gerne jetzt schon gewusst, was in einem Jahr mit den beiden sein würde.
Scheinheilig stolzierte ich an Lisi vorbei und piekste sie dabei ‚unabsichtlich’ in die Taille. Erschrocken quiekte meine neue beste Freundin auf und zwickte mich sogleich ebenfalls in die Seite. Lachend liefen wir im Kreis umher und rammten uns gegenseitig die Finger ins Fleisch.
„Boah willst du mir ein Stück Fleisch rausreißen oder was?“, lachte Lisi plötzlich und kontrollierte ihren Bauch nach fehlender Haut.
„Och sorry, hab ich dir wehgetan, Süße?“, fragte ich gespielt mitleidig und streichelte über ihre Haut.
„Soll ich blasen?“, versuchte ich mich von meiner netten Seite zu zeigen und überhörte dabei Toms Pfeifen und Bills Kommentar.
‚Warum müssen Jungs immer alles falsch auffassen?’
„Nein, lieber nicht...“, lachte Lisi, womit sie mich mit hinein in ihren Lachanfall zog..
So kam es, dass wir uns am Tisch mitten im Zimmer abstützen mussten und diesen sogleich auf den Boden rissen.
„Mädels, reißt euch mal zusammen!“, kommentierte Klemmi in seinem Professor- Ton, den ich in diesen zwei Tagen schon lieb gewonnen hatte. Das machte er echt voll süß.
„Wir sind hier nicht im Kindergarten!“
„Wer sagt das?“, kicherte Lisi, worauf ich gleich noch mehr kreischte.
Was daran lustig war? Keine Ahnung. Höchstwahrscheinlich einfach die Tatsache, dass wir uns über eine total unwitzige Sache halb totlachten.
Bill stöhnte genervt auf und vertiefte sich kurz darauf in eine seiner sinnlosen Diskussionen mit seinem Bruder. Das machte er immer, wenn ihn etwas nervte. Ich machte aber trotzdem keine Anstalten, aufzuhören mit dem was ich machte. Im Gegenteil: Ich lachte nur noch lauter, als mein Freund einen so sinnlosen Kommentar brachte in Punkto Verhütung. Manchmal fragte ich mich wirklich, was er in der Schule machte. So wie ich ihn kannte hatte er den Sexualkundeunterricht geschwänzt. Und außerdem: Warum diskutierten sie über Verhütung?
Bill behauptete grad stock und steif, dass man nicht verhüten bräuchte, wenn das Mädchen ihre Tage hatte. Woher hatte er bitte diesen Unsinn? Bei solchen Dingen musste ich einfach immer eingreifen.
Ich hatte aufgegeben zu zählen wie oft ich meine zwei Jungs aus solchen Missbildungen wieder rausholen musste. Die würden sich manchmal echt total falsche Dinge einbrocken, die ihnen nachher niemand mehr rausreden könnte! Und mit niemand meine ich wirklich niemand! Nicht mal ein Biolehrer könnte da noch helfen, das hatte ich selbst schon erlebt!
„Stopp!“, schrie ich, woraufhin die Zwillinge erschrocken zu mir sahen und anschließend ihre Augen verdrehten.
„Was hab ich jetzt schon wieder falsch gesagt?“, fragte Bill nach und hob seine Augenbrauen.
„Klar kann ich schwanger werden, wenn ich meine Tage habe! Was redest du für einen Schwachsinn, Schatz?“, ich lachte amüsiert auf und klopfte ihm auf die Schulter.
„Nein du kannst nicht schwanger werden, wenn du deine Tage hast, Schatz!“, widersprach er mir.
„Kann ich wohl, woher willst du das überhaupt schon wieder wissen, Schatz?“
„Dann hätten wir schon eine Fußballmannschaft zuhause, Schatz!“, erklärte er stur und sah mich besserwisserisch an.
„Erstens, Schatz, heißt es ja nicht, dass ich schwanger werden muss, sondern, dass ich lediglich schwanger werden kann! Zweitens nehme ich schon längst die Pille, wovon du noch gar nichts weißt, weil ich mich ja immer selbst um die Verhütung kümmern muss! Von daher sei du mal schön still und behaupt hier nicht, dass ich nicht schwanger werden kann, wenn ich meine Tage habe! Alles ist möglich, Schatz!“, diesmal grinste ich ihn siegessicher an, zwinkerte ihm zu und spitzte meine Lippen zu einem kurzen Luftkuss, ehe ich mich wieder zu Lisi umdrehte und dieser ebenfalls zuzwinkerte.
„Jetzt hast du’s ihm gegeben!“, lachte sie auf und streckte mir ihre Hand hin, in welche ich stolz einklatschte.
Ja, ja. Bill war einmalig.
„Du bist keine liebe Freundin!“, kam es jetzt von Bill, der mir direkt eine Kopfnuss verpasste.
„Das habe ich nie behauptet!“, kicherte ich und schob meinen Schatz von mir runter.
Von den anderen kam nur ein mitleidig lang gezogenes ‚Ohhh’, als ich meine Lippen auf Bills gespitzten Mund drückte und ihn kurz darauf auch wieder eiskalt wegschubste.
„Außerdem quatscht Lisi grad mit mir, du brauchst dich hier gar nicht einzumischen!“, grinste ich und ließ Lisi weiterlabern, die gerade das erste Treffen von Fabi und sich selbst schilderte. Es war spannend, von daher widmete ich meine ganze Aufmerksamkeit ihr.
Schließlich schlug sie vor, ich könnte ihr mein Zuhause zeigen.
„Ja klar zeig ich dir das!“, stimmte ich zu und ließ mich von meiner besten Freundin hochziehen.
„Jungs, wir vertschüssen uns jetzt!“, erklärte sie und zog mich mit sich aus dem Zimmer hinaus und raus aus dem Hotel.
Bei mir zuhause angekommen stelle ich meiner besten Freundin erstmal meine Mama vor. Anschließend zogen wir uns DVDs rein, während wir Chips futterten und uns die Nägel lackierten. Alles in Allem war das der geilste Nachmittag seit langem! Ich hoffte, dass Lisi das genauso sah.
Wir vergaßen die Zeit total und rannten wie blöde zurück zum Hotel als wir feststellen mussten, dass es bereits halb neun Uhr abends war! Lisi sollte eigentlich um sieben schon bei ihrer Klasse sein, da hätten sie sich eigentlich im Speisesaal versammeln müssen. Jetzt konnten wir nur hoffen, dass ihr Lehrer die Anwesenden nicht abzählte.
„Boah, Scheiße ey!“, fluchte sie unter Lachanfall, als wir im Zimmer der Jungs und jetzt auch von Lisi ankamen.
Von Fabi, Klemmi und Markus war keine Spur.
Die Weckeruhr zeigte 20.45 an.
„Und jetzt?“, fragte ich außer Puste.
„Ich frag mich grad warum du hier bist...“, lachte Lisi.
„Ja, gute Frage: Warum bin ich eigentlich mitgelaufen? Ich mach mir hier voll Stress, dabei hätte ich gar nicht mitlaufen müssen!“
„Bist halt ne Freundin...“, seufzte Lisi.
Eine kleine Verschnaufpause gönnten wir uns aber doch noch, ehe wir weiterlachten. Mein Gott, soviel gelacht hatte ich schon ewig nicht mehr an einem Tag.
Die Tür zum Zimmer ging auf, was uns erstmal abrupt zum Stillsein brachte. Gespannt sahen wir auf den Eingang, durch welchen kurz darauf Fabi reinschielte.
„Boah, hast du uns jetzt erschreckt, spinnst du?“, lachten wir weiter und Fabi zuckte nur entschuldigend mit seinen Schultern.
„Ich hab mich gefragt wer hier so einen Krach veranstaltet. Den hört man bis runter in den Saal!“, erklärte er.
„Oh, oops!“, kicherten wir gleichzeitig und hielten uns die Hand auf den Mund. Alles synchron. Eigenartig, wir machten schon fast den ganzen Nachmittag alles gleichzeitig.
„Ludi meinte ich soll kontrollieren gehen! Ich hab nämlich erklärt, dass dir nicht gut ist und, dass du deshalb hier liegst. Wo wart ihr verdammt?“, lachte diesmal Fabi und lugte auf den Flur.
„Erzähl ich dir gleich!“
„Okay, ich geh mal jetzt heim, bevor euer Lehrer mich noch erwischt, der scheint ja nicht wirklich nett zu sein!“, schnell winkte ich noch und schlich mich dann aus dem Hotel und nach Hause.
Nachdem ich Bill noch in Kurzfassung erklären musste, wo Lisi und ich denn abgehauen waren, hopste ich zu meiner Schwester ins Zimmer und quatschte sie voll, bis ich schließlich total erschöpft auf ihrem Bett, eingekuschelt in ihre Katzenbaby- Decke einschlief.