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On Hiatus In 3-4 Wochen zurück!

Kapitel 6

~*~ Lara ~*~

Ich öffnete ganz langsam meine Augen und blinzelte einige Male hintereinander um dann wahrzunehmen, dass es noch stockdunkel im Zimmer war. Da ich aber durch den Spalt der Vorhänge Licht sah, stand ich auf und riss rücksichtslos Bill gegenüber die Fenster auf. Ich war es nun mal gewohnt, dass ich alleine aufwachte und wenn Bill ein Problem mit Tageslicht hatte, wenn er schlafen wollte, dann war mir das auch so ziemlich egal.
Kaum war der Raum erfüllt von der Morgenluft, hörte ich auch schon, wie Bill sich im Bett hin und her drehte und dabei irgendwelche Verwünschungen grummelte.
„Ja ist ja gut, Hase. Frische Luft ist gesund!“, redete ich amüsiert auf ihn ein und setzte mich auf den Bettrand, um Bills Kopf zu kraulen, als wäre er ein Hund.
„Boah, lass mich schlafen, Nervensäge!“, schimpfte Bill und fuchtelte mit seiner Hand rum.
„Ich mach jetzt Frühstück, dann gehst du mit dem Hund raus und ich bringe die Kinder in den Kindergarten!“, grinste ich, da ich einfach nicht damit aufhören konnte, ihn zu nerven.
Bill blickte mich sauer an und verdeckte seinen Kopf dann mit der Decke, worauf ich nur seufzte und das Zimmer verließ. Summend stolzierte ich in die Küche und nahm den Kaffee, den Simone, Bills Mutter, mir entgegenstreckte.
„Nein, ich kann auch nicht mehr schlafen.“, lächelte sie und seufzte ebenfalls.
„Dein Sohn ist ein Penner.“, lachte ich plötzlich auf und verließ nach einem weiteren endlangen Seufzer die Küche um mich im Badezimmer fertig zu machen und dann wieder auf dem Bett zu liegen.
Gestern hatten wir uns für heute mit Lisi verabredet und zugegeben, ich konnte es kaum noch erwarten. Sie war so lieb und ich verstand mich wirklich so gut mit ihr, wie ich mich bisher nur mit Bill und Tom verstand.
Also wartete ich geduldig bis Bill endlich wieder aufwachte. Doch dieser schien wirklich müde zu sein, weshalb ich dann zu Mittag einfach alleine mit Simone und Tom etwas aß. Da ich gute Manieren besaß und Simone sowieso immer total nett mit mir war, räumte ich den Tisch schön brav ab und steckte das Geschirr in die Spülmaschine, während Tom mich amüsiert beobachtete und seine Kommentare dazu abgab.
„Ja du Klugscheißer kannst auch gerne mal selber ihr, ne? Weißt wahrscheinlich nicht mal wie man das Teil aufmacht!“, zickte ich ihn an und spritzte Wasser auf ihn.
„Doch klar ich kann es sogar einschalten!“, verkündete Tom stolz und demonstrierte es mir. Natürlich versank ich in einem Lachanfall, wie sollte es anders auch kommen, und Tom war beleidigt und verschwand im Bad.
Die Zwillinge waren doch beide die gleichen!
„Bill, Schatz, Hase!“, rief ich freudig und sprang auf das Bett, auf welchem Bill seinem Kopf unter den Kopfkissen verbarg.
„Gott schütze mich und meine Umwelt vor dieser Katastrophe…“, fing er an zu beten und saß direkt kerzengerade im Bett, als ich mich auf seinen Bauch setzte. Die Kissen flogen von seinem Kopf mit Schwung auf den Boden und Bill sah ja mal wieder herrlich aus. Wie ein Pudel.
„Ja, ja. Man sieht direkt am nächsten Tag was du vergangene Nacht so getrieben hast. Deswegen wirst du es nie schaffen, mich zu betrügen, mein Freund!“, scherzte ich und wuschelte über seinen Kopf.
„Mein Gott, kannst du mich nicht mal so wecken, wie es eine Freundin bei ihrem Freund macht?“, raunte er beleidigt und ließ sich wieder nach hinten fallen.
„Und wie würde das deiner Vorstellung nach aussehen?“
„Du könntest mich mit einem Kuss wecken?...oder so was halt…“, er grinste frech und versaut.
„Ah ja… soll ich auch kurzes Latex- Röckchen anziehen?“, murmelte ich misstrauisch.
„Nein, das törnt mich nicht an. Eher… gar nichts?!“
„Bill, du Schwein!“, rief ich aus und sprang von ihm runter. Was hatte der denn bitte was für Vorstellungen? Ich war doch nicht sein Viagra!
„Was denn? Wenn du fragst, dann gebe ich dir halt ne aufrichtige Antwort!“
„Das war eine rein rhetorische Frage!...“
„Ach?!“, Bill blickte mich überrascht an und zog eine Augenbrauen hoch.
„… ich weiß doch schon lange was dich antörnt…“, ich setzte ein schmutziges Lächeln auf und setzte mich wieder auf seinen nackten Bauch.
„Und das wäre?“
„Na ja, weißt du?...“, ich schob ganz langsam, wie in Zeitlupe mein Top nach oben und lächelte dabei schmutzig in Bills Gesicht. Dieser versuchte sich wohl zurückzuhalten. Als Bill nachhelfen wollte, blockte ich ab und fing an zu grinsen.
„… das zeig ich dir ein anderes Mal!“, lachte ich und ging von ihm runter um aus dem Zimmer zu verschwinden.
Ich hörte, wie Bill mir ein Kissen hinterher schmiss, welches jedoch sein Ziel, mich, verfehlte und direkt an das Bücherregal knallte.

„Die Schwimmhalle müsste eigentlich da hinten sein…“, murmelte Fabi vor sich hin, als ich mit Bill und Tom in dem Hotel von Lisis Klasse war und wir auf dem Weg zur Schwimmhalle waren. Nur leider fanden wir es nicht so schnell wie eigentlich geplant. Ihre Unterkunft hier war ja doch ziemlich gigantisch. Mich wunderte es richtig, dass eine ganze Schulklasse in so einem Hotel übernachtete- wenn wir irgendwohin fuhren, dann mussten wir immer in irgendwelchen heruntergekommenen Jugendherbergen übernachten, wo ein Gemeinschaftsbad im Flur war.
„Ja, das hast du vorhin auch schon gesagt!“, lachte Lisi und stieß mich amüsiert mit dem Ellebogen an, worauf ich mitlachte und wir uns über die Jungs lustig machten, bis wir wirklich vor einem riesigen Pool standen.
„Oi, jetzt hab ich aber glaub ich meine Schwimmsachen nicht mit…“, murmelte ich und verkniff mir ein Grinsen, als ich mit meinem Dackelblick zu Bill sah.
„Na das ist aber schade…“, tat dieser enttäuscht und schmiss den Arm um mich.
„Dann müssen wir wohl doch nackt baden! Habt ihr was dagegen Jungs?“, fragte Lisi und ich sah schon von hier aus, wie Tom das Wasser im Mund zusammenlief und er ganz glänzende Augen bekam.
„Nein, das ist doch kein Problem! Wir kommen zu Recht damit, nicht wahr?“, er grinste zu Fabi und Markus, welche nur amüsiert ihre Schultern zuckten.
Lisi und ich verdrehten unsere Augen und schlüpften dann anschließend aus den Klamotten und ließen uns auf zwei Liegestühlen nieder.
Wir blieben ein Weilchen so da liegen und quatschten über dies und jenes, bis dann einige Leute mehr in die Halle traten und sich umsahen.
„Da, guck mal! Das ist Angelika. Die doofe Tussi und ihr Gefolge…“
„Was die Hässliche da hinten?“, tuschelten wir und kicherten ständig, als jemand von uns eine des Trios auslachte.
„Boah Jungs, guckt euch mal die heiße Tussi da hinten an!“, kam es plötzlich von Tom und er deutete geradewegs auf Angelika.
„Tom!“, kreischte ich auf und sprang zu ihm rüber um ihn zu verkloppen.
„Was hast du denn? Du bist doch schlimmer als ein Unwetter!“, lachte er mich aus und hielt meine Arme fest. Drohend sah er mir in die Augen, bis ich schließlich aufgab.
„Willst du mich jetzt verführen?“, scherzte ich trocken und sah Tom skeptisch an, welcher nur mit den Achseln zuckte.
„Wenn du es denn zulässt?“, grinste er und hatte direkt wieder einen Schlag von mir kleben.
„Na Hilfe! Bill, kannst du deine Freundin hier nicht in Schacht halten? Mein Gott, die geht doch ab wie ein Hirsch mit Tollwut!“, schimpfte Tom und gab mir einen Tritt in den Arsch.
„Was ist jetzt mit der da drüben?“, fauchte ich ihn an.
„Nichts, ihr habt doch dauernd über die geschimpft, dann musste ich halt meinen Kommentar abgeben!“, erklärte uns Tom beleidigt und verschränkte seine Arme. Während ich ihn beobachtete übersah ich jedoch keineswegs Lisis Blicke zu Tom. Was hatte die denn bloß? Warum sprach sie ihn nicht einfach an? Während Tom ständig zu Angelika guckte und seine Augenbrauen ungläubig hochzog, als diese mit ihren Freundinnen blöde rumkicherte und wirklich das Niveau einer Grundschülerin zeigte.
„Sag mal ist die ein bisschen hinten geblieben? Ich mein ich steh schon auf blöde Blondinen, aber gerade so blöd? Die bekommt doch gar nichts auf die Reihe! Meine Fresse…“, kommentierte Tom.
Nach wiederum einer Weile, in welcher wir uns einfach alle gegenseitig beobachteten, beschloss ich einzugreifen. Ständig sah Lisi geradezu sehnsüchtig zu Tom rüber und dieser machte einen auf schüchtern. Waren wir hier im Kindergarten oder so?
„Tom, geh mal hier rüber ich mag neben Bill liegen, bitte?!“, fragte ich lieb und stand auf.
Tom gehorchte natürlich und schon lag ich neben meinem Schatz und lächelte ihn verführerisch an.
„Na, du mein kleiner Playboy?“, grinste ich und ließ meinen Finger über seinen Oberkörper streichen, bis er am Bund seiner Shorts angekommen war und ich dort rumspielte.
„Du brauchst jetzt hier gar nicht auf Lolita zu machen! Ich hab nicht vergessen, was du mir angetan hast!“, brummte Bill immer noch beleidigt wegen heute „Morgen“.
Tom und Lisi, sowie Markus und Fabi sahen verwundert zu uns, als hätten wir über ein Verbrechen gesprochen.
„Ja, ich habe ihn betrogen…“, gab ich gespielt reumütig zu und seufzte bedauernd.
„Aber es war geil…“, fügte ich frech hinzu und fing mir dafür einen Klaps von Bill ein.
„Ach verarsch wen anders!“, kam es von Tom, welcher natürlich nicht glaubte was ich erzählte.
Ja, ja. Ich neigte schon immer zum Lügengeschichten- Erzählen. Reiner Zeitvertreib und es war zugegeben ziemlich witzig.
„Sie hat mich geil gemacht und ist dann abgehauen!“, erklärte Bill beleidigt worauf, die Jungs nur scharf die Luft einzogen, da sie natürlich alle wussten, wie dieses Leid war. Lisi und ich zogen unsere Augenbrauen hoch.
„Er hat von mir verlang, dass ich ihn nackt wecken soll!“, erklärte ich ihr. Sie war es diesmal, die die Luft einzog und die Jungs hoben ihre Augenbrauen an.
„Was ist daran jetzt schlimm?“, fragte Tom mich verständnislos.
Mit denen jetzt eine Diskussion darüber zu führen hatten weder ich noch Lisi Lust zu und so sprangen wir wenige Minuten später mit einer Bombe ins Wasser, sodass das Wasser reichlich überschwappte und unsere Jungs auf der Liege ebenfalls nass waren.
Bill hatte mich im Visier, das spürte ich und ich hatte Angst. Das konnte jetzt nichts Gutes bedeuten; das erzählte ich auch Lisi, welche sich über Fabi lustig machte, der geradezu angeekelt die Wassertropfen an seinem Körper musterte.
„Ihr wisst jetzt, dass wir euch umbringen müssen?“, sagte Bill und Tom nickte nur zustimmend, ehe sie zu viert ins Wasser sprangen und uns nach schwammen.
„Scheiße, wohin jetzt?“, kreischte ich lachend. Lisi zuckte nur ihre Schulter und so packte ich sie an der Hand und tauchte unter um dann schnell hinter ein kleines Mauerchen zu schwimmen, wo wir unentdeckt aus dem Wasser steigen konnten.
„Okay, wir gehen da an den anderen Beckenrand rüber und springen dann voll auf sie rauf!“, erklärte Lisi und ich lachte wieder begeistert los. Kaum waren wir am anderen Pool- Ende, hatten uns die Zwillinge entdeckt und packten uns an den Knöcheln um uns dann ins Wasser zu ziehen. Natürlich protestierte Lisi, genau wie ich- jedoch zwecklos, denn schon gleich darauf befanden wir uns wieder im Wasser.
„Ah! Hilfe!“, kreischte Lisi, als Tom ihren Kopf unter Wasser drückte und sie nur mit den Armen rumfuchtelte. Gespannt verfolgte ich das Geschehen und ehe ich es realisieren konnte, war Tom ebenfalls unter Wasser getaucht. Die schienen ja ihren Spaß zu haben. Von meiner Entfernung aus konnte ich nicht sehen, was sie unter Wasser machten, aber es sah doch ziemlich… eng aus.
„Ui, was machen die denn jetzt da?“, lachte Bill und zog mich zu sich.
„Na keine Ahnung. Lieber nicht rüber gehen.“, lachte ich.
Jetzt erst bemerkte ich die Gestalten, die am Beckenrand standen und uns musterten.
„Die Schnepfen.“, grinste ich Bill zu und sah, wie Angelika zu Tom und Lisi linste- unauffällig, wie sie wohl meinte zu scheinen.
Jetzt plötzlich hoffte ich, dass die zwei unter Wasser etwas mehr als nur rumalbern taten…